Eigeninitiative Mitarbeiter: Backen Sie sie selbst!

Wer in diesen Tagen über den Bremer Weihnachtsmarkt läuft, wird umgeben vom Duft gebrannter Mandeln und frischer Poffertjes, heißen Holundersafts und Glühweins. So kommt selbst in der zu milden Endnovemberluft Adventsstimmung auf.

Was für eine Stimmung käme erst auf, wenn Ihr Unternehmen plötzlich gefüllt wäre mit frisch gebackenen eigeninitiativen Mitarbeitern! Es läge Dynamik in der Luft, Lösungsorientierung und Ideenreichtum. Der Wettbewerb würde sich neidisch die ermüdeten Augen reiben.

Immer wieder werde ich gefragt, wie oder wo man solche Mitarbeiter bekommt. Hier deshalb mein Vorschlag: Backen Sie sich welche! Das Rezept an sich ist nicht so schwierig. Oft mangelt es nur an Mut, die Zutaten bereit zu stellen, und an Geduld, den Backprozess abzuwarten.

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Führung hält den Kopf hin

Vor kurzem hieß es plötzlich, Griechenlands Volk solle abstimmen, ob der Rettungsschirm mit den dazugehörigen Bedingungen angenommen wird. Mein spontaner Gedanke war: Da will einer die Verantwortung abdrücken.

Ob ich mit dieser Interpretation richtig gelegen habe, weiß ich nicht. Interessant ist aber, dass sich auch Führungskräfte in Unternehmen teilweise so verhalten, wenn es um unpopuläre Maßnahmen geht. Demokratisch abstimmen lassen kann eine Führungskraft kaum etwas, wenn sie ihre Aufgabe ernst nimmt. Denn sie muss im Sinne des Gesamtunternehmens entscheiden, also die anderen Teams, Abteilungen, die Kunden, die Gesellschafter etc. im Blick haben. Dass das Interesse der Mehrheit in ihrem Team ebenso gelagert ist, kann man nicht voraussetzen.

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Psycho-Tricks für Führungskräfte – oder auch nicht?

Sehen Sie Ihren Mitarbeiter genau an. Wenn er durch die Nase einatmet, die linke Augenbraue hochzieht und dabei fünf Sekunden lang die rechte Pobacke anspannt, ist er verunsichert und braucht ein aufmunterndes Wort. Sagen Sie: “XY, es ist toll, dass ich mit Ihnen zusammenarbeiten darf.” Unterstreichen Sie diese Aussage, indem Sie Ihre linke Pobacke anspannen.

Halt! Bevor mir das jemand glaubt, weil er auf der Über-Mich-Seite gelesen hat, dass ich Psychologin bin, gebe ich es lieber schnell zu: Das ist Unfug, ganz grober. Schade eigentlich, oder?

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Schnauzen Sie berechenbar!

Was ist eigentlich schlimmer – ein Chef, der herumbölkt oder einer, der herumeiert? Mit beidem sind Mitarbeiter nicht zufrieden. Sie hätten am liebsten klare Aussagen auf partnerschaftlicher Ebene – als würden zwei Erwachsene miteinander reden, also. Leider reden wir Erwachsenen ja nicht automatisch auf der Erwachsenen-Ebene miteinander.

Wenn die Mitarbeiter aber dieses Ideal nicht bekommen, hätten sie gerne wenigstens einen berechenbar verbesserungswürdigen Chef. So sagten es  jedenfalls Teilnehmer in einem Workshop, die sich selbst fragten, warum sie sich über den einen schnauzenden Chef so viel mehr aufregten als über den anderen, ebenfalls schnauzenden Chef.

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Kollegen als Entwicklungsbremsen

Max Frisch schrieb in seinem Tagebuch 1946-1949: “Wir halten uns für den Spiegel und ahnen nur selten, wie sehr der andere eben der Spiegel unseres erstarrten Menschenbildes ist, unser Erzeugnis, unser Opfer -.” (S. 29).

Er beschreibt dort einen Mechanismus, der mir auch in eingefahrenen Kollegenbeziehungen immer wieder begegnet. In Workshops wird das Hauptproblem bevorzugt bei den nicht anwesenden Mitarbeitern oder Vorgesetzten gesucht: Sie sind zu aggressiv oder zu harmoniebedürftig, zu freizeitorientiert oder Workaholics zu laut oder zu leise.

Das kann auch mit konkreten Beispielen belegt werden, aber wenn ich frage, vor wie vielen Jahren sich diese Situationen abgespielt haben, haut es mich dann doch manchmal von den Socken. Selbst wenn es tatsächlich aktuelle Situationen sind, reite ich inzwischen gerne ausführlich auf der Frage herum, ob das angebliche schwarze Schaf denn noch eine Chance zur Entwicklung bekommt.

Das erstarrte Bild, dass sich die Kollegen von der anderen Person gemacht haben, trägt nämlich dazu bei, dass alles so furchtbar bleibt, wie es ist. Weiterlesen

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Erreichbarkeit: Öfter mal den Schalter umlegen

SchalterWenn Erreichbarkeits-Sklaven auf Dauer nicht gesund und Erreichbarkeits-Verweigerer auf Dauer nicht erfolgreich bleiben, brauchen wir eine bessere Methode zum Umgang mit den geänderten Anforderungen und Möglichkeiten.

Ich denke, dass wir lernen müssen, schneller umzuschalten. Wir bräuchten einen Hebel, mit dessen Hilfe wir aus dem Arbeitsmodus in den Entspannungs-, Freizeit- oder Familienmodus schalten können – und wieder zurück.

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“Endlich Wochenende” und andere nutzlose Annahmen

Bis vor kurzem haben die Radiomoderatoren Freitag vormittags angekündigt “Endlich Wochenende!” – in völliger Ignoranz der eigenen Arbeitszeiten, des gesamten Gesundheitswesens, des Einzelhandels, der Tourismusbranche, Gastronomie, etc. Inzwischen bringen sie dabei wenigstens einige Relativierungen mit ein.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie hartnäckig etwas erhalten bleibt, was wir für normal halten. Psychologisch gesehen hat das unangenehme Konsequenzen. Implizit schwingt nämlich mit: Wer zwischen freitags 15 Uhr und montags 9 Uhr arbeiten muss, ist ein armes Schwein – und so fühlt man sich dann auch.

Ein Ansatz, eine Balance zwischen Erreichbarkeits-Verweigerung und Sklaverei zu finden – so behaupte ich im letzten Artikel – liegt in einer Einstellungsveränderung. Es lohnt sich durchaus, die eigene Einstellung einmal zu hinterfragen – seinen eigenen Sokrates zu spielen sozusagen:

  • Welche Annahme steckt hinter meinen Aussagen, Gedanken und meinem Verhalten?
  • Ist das so? Muss es so sein?

Einige Beispiele:

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Wie viel Erreichbarkeit macht Sinn?

Die rasante technologische Entwicklung hat unsere Kommunikationsmöglichkeiten enorm erweitert. Zugleich hat es die Erwartungen der Kunden und Kollegen verändert.

So ist ein Erreichbarkeitsdruck entstanden, der Dauerstress auslösen kann: Ich kann nicht nur überall und jederzeit arbeiten, ich soll das auch.

Ich beobachte unterschiedliche Reaktionen darauf und schildere hier einmal die beiden Pole, die auf Dauer m. E. nicht funktionieren: Die Einen sagen “Nicht mit mir!”, schalten ihr Handy nur während der offiziellen Arbeitszeit ein und rufen E-Mails nur am Firmenrechner ab. Bei sozialen Netzwerken melden sie sich gar nicht erst an oder ganz schnell wieder ab.

Andere versuchen sich im Multitasking. Beim Frühstück checken sie auf Ihrem Smartphone die E-Mails, Facebook-, XING-, Linked in-, Twitter- etc. -Nachrichten und gehen auch auf der Toilette ans Telefon, insbesondere wenn es ein dienstlicher Anruf sein könnte. Ihr größter Horror ist ein Ort, an dem sie keinen Netzempfang haben.

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Sie sind beschränkt – nutzen Sie das: Mehr Souveränität durch mentale Vorbereitung

Unser Hirn kann jede Menge großartiger Dinge leisten: sich erinnern, Erinnerungslücken mit Fantasie füllen, Verknüpfungen herstellen, Neues ausdenken, etc. Was es nicht kann: gemachte von gedachten Erfahrungen unterscheiden. In dieser Hinsicht ist es beschränkt.

Was Sie sich bildhaft vorstellen, wird verarbeitet wie eine reale Erfahrung: Wenn Sie sich lebhaft vorstellen, wie Ihr Kollege Sie mies behandelt, knüpft Ihr Hirn die entsprechenden Verbindungen, auch wenn er es gar nicht getan hat. Üben Sie das regelmäßig vor und nach der Arbeit – und vielleicht können Sie dazu noch fünf Minuten in Ihrer Mittagspause nutzen. So werden Sie auch das freundlichste Wort bald als hinterhältige Masche interpretieren.

Wer daran keinen Spaß hat, kann dieses Prinzip natürlich auch konstruktiv nutzen.

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Wenn’s brenzlig wird: Problemlösung vor Ursachenanalyse!

Mitten im Projekt geht etwas schief. Der Lieferant, auf den man sich immer verlassen konnte, hat plötzlich Lieferschwierigkeiten, eine Schlüsselperson muss sich den Blinddarm entfernen lassen oder eine Maschine versagt unvorhergesehen. Was nun?

Ehrlich, wenn man so fragt, weiß jeder die Antwort: Erst einmal muss die Kuh vom Eis geholt werden (Das hat jetzt so gar nichts mit der Kuh aus dem letzten Artikel zu tun). Schnell müssen alle Beteiligten an einen Tisch und kreativ nach Lösungen suchen.

In der Praxis passiert aber oft erst einmal etwas anderes. Bevor jemand daran denkt, die Kuh vom Eis zu holen, geht die Diskussion schon los:

  • Wo kommt das Eis her?
  • Wir heizen zu wenig!
  • Nein, nein, das Eis entsteht immer in derselben Ecke.
  • Eis dürfte es überhaupt nicht geben!
  • Das liegt am Kunden, mit dem wird’s immer glitschig.
  • Wie auch immer, ich habe das Eis jedenfalls nicht zu verantworten.

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